Seht ihr meinen erhobenen Zeigefinger? Eine Datensicherung ist wichtig und sollte unbedingt regelmäßig durchgeführt werden. Wie oft muss jeder für sich selbst entscheiden. Wichtige Daten sollten natürlich öfter gesichert werden, als unwichtige. Und natürlich gehört auch eine WordPress Installation dazu. Zwar wird der Betreiber eures Webservers die Daten regelmäßig sichern, aber kann man sich da sicher sein? Und schaut mal in die AGBs eures Hosters. Dort wird mit Sicherheit eine Verantwortung für Datenverlust ausgeschlossen sein. Wer sich also nicht auf Dritte verlassen will und wem seine Daten wichtig sind, sollte daher selber regelmäßig tätig werden.

Es muss aber nicht immer euer Hoster schuld an Datenverlusten sein. Auch ein fehlgeschlagenes Update von WordPress kann zu eurem Verhängnis werden. Daher mein Rat: vor jedem WordPress-Update eine Datensicherung durchführen. Ebenso kann ein versehentliches Löschen von Dateien auf dem Webserver, oder von Datenbanktabellen euren Blog unbrauchbar machen. Immer gut, wenn eine aktuelle Sicherung parat steht.

Die Datensicherung von WordPress ist nicht kompliziert. Es gilt nur ein paar Dinge zu beachten.

Ein WordPress-Blog besteht, wie viele andere Datenbankanwendungen, aus zwei Teilen. Dem Frontend, dem Teil, den ihr auf dem Webserver sehen könnt, also die WordPress Programmdateien, euer Theme, Bilder, Dokumente, Plugin-Programmdateien etc.. Dann ist da aber noch die Datenbank als Backend, eine mySQL-Datenbank. Hier sind die Inhalte eurer Artikel, die Kommentare, registrierte Benutzer, Einstellungen etc. gespeichert.

Um im Falle eines Falles eure Webseite wieder komplett herstellen zu können, benötigt ihr beides.

1. Sicherung des Frontends

Die Sicherung der Dateien, die ihr auf dem Webserver seht, sollte kein Problem darstellen. Wer WordPress selbst installiert hat, weiß wie man sich auf dem Webserver per FTP einwählt und die Dateien lokal sichert. Wer jedoch keine Ahnung hat, was FTP überhaupt ist, sollte weiterlesen.

Kurz zur Erklärung von Wikipedia:

Das File Transfer Protocol [fʌɪl trɑːnsˌfəˌprəʊtəkɒl] (engl. für „Dateiübertragungsverfahren“, kurz FTP), ist ein im RFC 959 von 1985 spezifiziertes Netzwerkprotokoll zur Übertragung von Dateien über IP-Netzwerke. FTP ist in der Anwendungsschicht (Schicht 7) des OSI-Schichtenmodells angesiedelt. Es wird benutzt, um Dateien vom Server zum Client (Herunterladen), vom Client zum Server (Hochladen) oder clientgesteuert zwischen zwei Endgeräten zu übertragen. Außerdem können mit FTP Verzeichnisse angelegt und ausgelesen sowie Verzeichnisse und Dateien umbenannt oder gelöscht werden.

Das FTP verwendet für die Steuerung und Datenübertragung jeweils separate Verbindungen: Eine FTP-Sitzung beginnt, indem vom Client zum Control Port des Servers (der Standard-Port dafür ist Port 21) eine TCP-Verbindung aufgebaut wird. Über diese Verbindung werden Befehle zum Server gesendet. Der Server antwortet auf jeden Befehl mit einem Statuscode, oft mit einem angehängten, erklärenden Text. Die meisten Befehle sind allerdings erst nach einer erfolgreichen Authentifizierung zulässig.

Um es kurz zu machen: ihr braucht einen FTP-Client. Es gibt hier kostenfreie Lösungen, zum Beispiel FileZilla. Ladet euch das Programm runter und installiert es. Um euch auf dem Webserver eures Hosters einwählen zu können, benötigt ihr die Zugangsdaten. Habt ihr diese parat, öffnet den Servermanager im Menü Datei und gebt die Zugangsdaten dort wie folgt ein:

Nun klickt ihr auf ‚Verbinden‘ und wenn ihr die richtigen Zugangsdaten eingegeben habt, seid ihr schon auf dem Webserver angemeldet. Die eingegebenen Verbindungsdaten bleiben im Verbindungsmanager gespeichert. So braucht ihr diese nicht ständig neu einzugeben.

Auf dem Webserver sollte es in etwa so aussehen:

Dies sind die Programm-Dateien, die WordPress benötigt, sowie einige Systemdateien des Webservers. Die müsst ihr alle sichern. Legt auf eurer lokalen Festplatte einen Ordner an (z.B. Websicherung). Nun wählt auf der linken Seite diesen Ordner aus. Anschließend markiert ihr sämtliche Ordner und Dateien auf der rechten Seite, also auf dem Webserver. Rechtsklick auf die markierten Elemente und ‚Herunterladen‘ auswählen. Nun beginnt der Dateitransfer. Dies kann je nach Größe und eurer Verbindungsgeschwindigkeit eine Weile dauern. Also Geduld.

Sind alle Dateien heruntergeladen ist der erste Teil beendet und ihr könnt eurer FTP-Programm beenden. 

2. Sicherung des Backends, der Datenbank

Nun geht es an die Sicherung der Datenbank. Auch hier benötigt ihr Zugangsdaten für die mySQL-Datenbank bzw. phpMyAdmin als Verwaltungskonsole für die Datenbank eures Webseitenbetreibers.

Habt ihr die Zugangsdaten, könnt ihr euch mit eurem Browser in der Datenbankverwaltung anmelden. Wie die genaue Internet-Adresse lautet, hat euch euer Webseitenbetreiber schon mitgeteilt. Ansonsten besucht die FAQ-Sektion des Hosters. Dort werdet ihr sicher fündig. In vielen Fällen findet ihr phpMyAdmin unter folgender Adresse:

http://phpmyadmin.meineDomain.de

Anschließend meldet ihr euch mit den Zugangsdaten an:

Alles richtig eingegeben? Dann sind wir nun in der Datenbank. Hier wählen wir zunächst ‚Datenbanken‘ aus.

Wir kommen zur Auswahl unserer Datenbank:

Anschließend klickt ihr auf der oberen Symbolleiste auf den Button ‚Exportieren‘. Nehmt dann folgende Einstellungen vor:

Ganz wichtig: Klickt unbedingt auf Alle auswählen, auch wenn die Datenbanktabellen alle ausgewählt sind.

Nun noch unten rechts auf ‚OK‘ klicken und es wird ein Datenbankdump erstellt. Es sollte sich der ‚Datei speichern‘-Dialog öffnen. Wählt ein Verzeichnis auf eurer lokalen Festplatte, in dem die sql-Datei abgespeichert werden soll. Mit Hilfe dieser Datei können wir die Datenbank bei einem Crash problemlos wiederherstellen. Kontrolliert zur Sicherheit die Größe der Datei. Diese sollte ein paar Megabyte groß sein, ansonsten ist irgendwas schief gelaufen.

Nun könnt ihr wieder beruhigt schlafen.