Wer desöfteren Änderungen am Design oder am Aufbau seiner Webseite vornimmt, hat ein Problem: Werkelt man direkt auf dem Webserver und probiert dort Dinge aus, bekommen dies die Besucher der Webseite live mit. Eventuell führt auch mal die ein oder andere Änderung dazu, dass die Webseite nicht mehr aufgerufen werden kann. Dies wäre, insbesondere bei gewerblich genutzen Blogs, sehr unvorteilhaft.

Eine lokale Kopie auf einem Rechner zuhause, unabhängig von der „richtigen“ Webseite, wäre die Lösung. Zum Glück gibt es kostenlose Software, um einen lokalen Webserver schnell und relativ unkompliziert zu realisieren. Dieses HowTo stellt die Schritte vor.

1. Xampp installieren

Was is’n das?

XAMPP ist eine Zusammenstellung von freier Software – vorwiegend im Umfeld des LAMP-Systems. XAMPP ermöglicht das einfache Installieren und Konfigurieren des Webservers Apache mit der Datenbank MySQL bzw. SQLite und den Skriptsprachen Perl und PHP (mit PEAR). Das X steht hierbei für die verschiedenen Betriebssysteme, auf denen es eingesetzt werden kann. XAMPP enthält zusätzlich andere nützliche Werkzeuge wie den FTP-Server ProFTPd oder FileZilla Server, den Mailserver Mercury, phpMyAdmin, Webalizer und OpenSSL.

Das Programmpaket bringt alles mit, um euren lokalen Webserver zu betreiben. Und das Schöne ist: Xampp benötigt keinerlei Konfiguration; installiert und läuft. Ladet euch das Paket hier herunter und startet das Setup. Ist die Installation beendet, begrüßt euch das Kontrollpanel.

Ihr habt hier nun die Möglichkeit den Start der einzelnen Komponenten als Windows-Dienst zu konfigurieren. Das hat den Vorteil, dass alle Programme für euren lokalen Webserver gleich mit Windows gestartet werden und ihr diese nicht manuell starten müsst. Wenn ihr euch für die Möglichkeit entscheidet, klickt auf das Kontrollkästchen mit der Bezeichnung ‚Svc‘ vor Apache und vor MySql. Bestätigt die folgenden Meldungen. Apache ist der Webserver, MySql ist das Datenbankmanagementsystem. Beides wird benötigt. Die anderen Einträge benötigen wir nicht.

Möchtet ihr keine Windows-Dienste installieren und beide Komponenten nach jedem Windows Start manuell starten, klickt bei beiden Komponenten auf den Button ‚Start‘. Erscheint neben dem Eintrag ‚Running‘, dann läuft die Komponente. So weit, so gut.

2. Dateien vom Webserver auf den PC kopieren

Öffnet den Explorer und geht in das Xampp-Verzeichnis, welches ihr bei der Installation angegeben habt. Hier gibt es ein Unterverzeichnis mit dem Namen ‚htdocs‘.

In diesem Verzeichnis legt ihr nun ein weiteres Unterverzeichnis mit dem Namen eures Blogs an (beispielsweise ‚meinBlog‘). Nun öffnet ihr euren FTP-Client und kopiert sämtliche Dateien vom Webserver in das Verzeichnis …/xampp/htdocs/meinBlog.

3. Verbindung zur lokalen Datenbank anpassen

Wie ihr sicher wisst, sind in der Datei wp-config.php die Zugangsdaten für die Verbindung mit der Datenbank eingetragen. Diese gelten, nachdem ihr die Datei vom Webserver heruntergeladen habt, natürlich für die Verbindung zur Datenbank eures Webhosters. Eure lokale Datenbank wird sich im Datenbankbenutzer und -kennwort unterscheiden, denn Xampp hat hier als Standard den Benutzer ‚root‘ und kein Passwort hinterlegt. Das müssen wir nun wie folgt anpassen:

Öffnet die lokale Datei …/xampp/htdocs/meinblog/wp-config.php mit einem Editor und ändert die Einträge ‚DB_USER‘ und ‚DB_PASSWORD‘ wie folgt:

Alles andere lasst ihr unverändert. Notiert euch nun den Eintrag bei ‚DB_NAME‘, in diesem Beispiel ‚meineDatenbank‘. Diesen benötigen wir gleich. Speichert die Datei nun ab.

4. Web-Datenbank exportieren

Um es kurz zu machen: Guckt euch diesen Artikel an. Dort habe ich unter dem Punkt ‚Sicherung des Backends‘ beschrieben, wie die Datenbank exportiert bzw. gesichert und ein Datenbankdump erstellt wird.

5. Datenbank lokal importieren

Öffnet nun das Xampp-Kontrollpanel und klickt beim Eintrag ‚MySql‘ auf den Button ‚Admin…‘. Es öffnet sich nun der Internet-Browser und dort phpMyAdmin. Dies ist die Verwaltungskonsole für die Datenbank. Erstellt nun eine Datenbank mit dem Namen, den ihr euch unter Punkt 3 herausgeschrieben habt.

Nun klickt ihr im oberen Bereich auf ‚Importieren‘. Über ‚Durchsuchen‘ wählt ihr nun den unter Punkt 4 gesicherten Datenbankdump aus und klickt unten auf ‚OK‘. Ist der Import abgeschlossen, schließt euren Browser noch nicht. Weiter geht’s.

6. Datenbankeinträge anpassen

Nun müssen wir noch zwei Optionen in der Datenbank ändern, denn diese verweisen auf unsere Domain im Internet und nicht auf die lokale Kopie. Öffnet die Datenbanktabelle ‚wp-options‘

Haltet nach dem Eintrag ’siteurl‘ Ausschau. Dieser sollte in der zweiten Zeile stehen. Ändert diesen wie folgt ab:

Sucht nun nach dem Eintrag ‚home‘ (dieser folgt wahrscheinlich auf Seite 2) und nehmt denselben Eintrag vor, wie unter ’siteurl‘. ‚OK‘ speichert die Änderung.

Nun könnt ihr die Datenbankverwaltung verlassen. Eure lokale WordPress Kopie erreicht ihr unter der Adresse

http://localhost/meinblog/wp-admin

Dort könnt ihr euch mit den gewohnten Zugangsdaten anmelden.

Damit habt ihr nun eure lokale WordPress-Installation, mit der ihr Änderungen sicher austesten könnt, ohne dass Besucher eurer Internetseite etwas davon mitbekommen. Logischerweise werden die Änderungen, die ihr lokal vornehmt nicht 1:1 auf eure „richtige“ Webseite übertragen. Dort müsst ihr die Änderungen dann nochmals vornehmen.