AVM hat mit seiner Marke „Fritz!Box“ den Ruf die eierlegende Wollmilchsau im Bereich der Router zu bauen. Und so ist es tatsächlich. Ich persönlich nutze seit etwa zwei Jahren die FritzBox 7270 und bin hochzufrieden. Wo ich vorher drei Geräte im Einsatz hatte (DSL-Modem, Telefonanlage und WLAN-Router) reicht nun die FritzBox.

Aber das ist noch nicht alles. Die FritzBox kann noch weitere Geräte ersetzen:

  • WLAN-Router
  • DSL-Modem
  • Netzwerkswitch (leider nur Fast-Ethernet)
  • Telefonanlage
  • Fax
  • Anrufbeantworter

Auch wenn die FritzBox 7270 nun schon einige Jahre erhältlich ist, versorgt AVM das Gerät weiterhin mit aktueller Firmware und neuen Funktionen. So hat AVM schon vor geraumer Zeit einen Medienserver integriert, mit dem Musik, Videos und Fotos von am USB-Anschluss angeschlossenen Datenträgern im Netzwerk über UPnP freigegeben werden können. Mit der neuesten Firmware (September 2010) wurde die FritzBox nun auch mit weiteren NAS-Funktionen ausgestattet.

Wie man diese aktiviert und sinnvoll nutzt, zeige ich nach dem Klick.

Was ist überhaupt ein NAS?  NAS steht für Network Attached Storage, was übersetzt so viel heißt wie: An das Netzwerk angeschlossener Speicher. Ein NAS ist ein zentraler Netzwerk-Speicherplatz für Dateien, die an mehreren Rechnern gemeinsam genutzt werden können.

Ein Beispiel? Wer neben seinem ’normalen‘ Rechner noch ein Notebook einsetzt, mag sich vielleicht schon einmal gewünscht haben, dass die Daten, die auf dem PC gespeichert sind, auch auf dem Notebook verfügbar sind. Zwar kann man die Dateien auf dem PC über das Netzwerk freigeben, aber beim Zugriff muss der PC dann natürlich eingeschaltet sein. Und wer hat schon Lust immer den PC einzuschalten, wenn man mit dem Notebook arbeiten möchte.

Dies ist der große Vorteil von einem Netzwerkspeicher, der die Daten ständig für Rechner und Notebook, unabhängig voneinander, bereit hält. Wer eine FritzBox 7270 sein Eigen nennt, kann dies nun quasi als kostenloses Zusatzfeature nutzen.

Zunächst benötigt man natürlich einen Datenträger (USB-Sticks oder externe Festplatten), der per USB-Schnittstelle an die FritzBox angeschlossen wird. Es werden FAT, FAT32, NTFS und auch ext2 formatierte Speichermedien unterstützt.

Wählt euch im Webinterface der FritzBox ein. Gebt dazu in eurem Browser in der Adresszeile

http://fritz.box

ein.

Im linken Menü wählt ihr nun Heimnetz und dort den Unterpunkt Speicher (NAS). Setzt nun den Haken bei Speicher (NAS) aktiv.

Aktiviert euren Datenträger in der Liste darunter und klickt auf den Button Übernehmen. Damit ist die Funktion aktiviert.

Wer mag hat noch zwei weitere Nutzungsmöglichkeiten für die Daten auf dem Datenträger:

  • Speicher für Benutzer aus dem Internet freigeben (ein FTP-Server, mit dem man über das Internet auf die Daten zugreifen kann) und
  • Mediaserver aktiv (damit wird die FritzBox zum UPnP-Server, der Fotos, Musik und Videos im Netzwerk an UPnP-kompatible Clients freigibt)

Nachdem ihr die Funktion aktiviert habt, kann der NAS mit Daten gefüllt werden. Dies klappt am einfachsten über den Windows Explorer.

Ruft den Explorer auf und gebt in der Adresszeile

\\fritz.box

ein.

Ihr seht dort eine Freigabe mit dem Namen FRITZ.NAS

Klickt doppelt auf die Freigabe und ihr befindet euch im Root-Verzeichnis.

Hier seht ihr einige Ordner, die jedoch auf dem internen Speicher der FritzBox angelegt sind. Da der interne Speicher der FritzBox gerade mal 4 MB beträgt, speichert dort bitte nichts ab. Ansonsten bleibt kein Platz für eingehende Faxe oder Nachrichten des Anrufbeantworters.

Euer Datenträger ist hier als Ordner eingebunden. In diesem Ordner könnt ihr nun wie gewohnt Unterordner oder Dateien erstellen, kopieren, löschen oder was auch immer.

Wenn ihr diese Daten oft benötigt, bietet es sich an, diesen Ordner als Netzlaufwerk im Explorer einzurichten. So habt ihr schnell Zugriff darauf, wie auf ein reales Laufwerk.

Klickt dazu die Freigabe FRITZ.NAS mit rechts an und wählt Netzlaufwerk verbinden…

Wählt noch einen Laufwerksbuchstaben und klickt auf Fertig stellen.

Um Daten auf den Speicher zu laden, gibt es alternativ ein NAS-Webinterface, welches ihr über die Registerkarte Fritz!NAS und dann über den Button Fritz!NAS starten

oder direkt über den Internet Browser unter

http://fritz.nas

aufrufen könnt.

Es sei noch erwähnt, dass man natürlich bezüglich der Schreib- und Lesegeschwindigkeit keine Wunderdinge erwarten darf; dafür ist der Prozessor einfach zu schwach. Wer aber mit einer Datenübertragungsrate von knapp über 3 MB/Sekunde leben kann, der findet hier eine kostenlose Funktionserweiterung der FritzBox.

Für alle die etwas anspruchsvoller sind, viele Daten unterzubringen haben und den Netzwerkspeicher intensiv nutzen wollen, hab ich hier noch was.