Als Webseitenbetreiber möchte man natürlich alles über seine Besucher erfahren: Geburtsdatum, Name, Telefonnummer, Bankverbindung usw.. War nur Spass und ist natürlich Quatsch. Aber es ist interessant zu erfahren, wie die Besucher meine Webseite gefunden haben, nach welchen Begriffen sie gesucht haben, die Verweildauer, welche Webbrowser in welcher Version eingesetzt wird, usw.. Durch solche Auswertungen ist es dann möglich, die Webseite entsprechend anzupassen und zu optimieren.

Dabei hilft mal wieder die Datenkrake Google mit seinem kostenlosen Dienst Analytics. Ich zeige hier, wie ihr Google Analytics datenschutzgerecht auf eurem WordPress-Blog ohne Plugins einbindet.

Zunächst müsst ihr ein Google-Konto einrichten. Ja, geht nicht anders. Das macht ihr hier.

Gebt eure Mail-Adresse und ein Kennwort ein. Bestätigt in der euch zugesandten Mail den Aktivierungslink.

Nun könnt ihr euch bei Google Analytics anmelden.

Tragt die Daten eurer Webseite sowie eure Kontaktdaten ein und akzeptiert die Nutzervereinbarung.

Im nächsten Schritt wird euch ein Script angezeigt, welches ihr auf eurer Webseite einbinden müsst. Dieses Script authentifiziert eure Webseite mit Google Analytics.

Dem Datenschutz Rechnung tragen

Bevor wir dieses Script jedoch einbinden, werden wir es noch ein wenig verändern, um dem Datenschutz Genüge zu tun. Google Analytics ist in der Vergangenheit häufig in die Schusslinie von Datenschützern geraten, da es die IP-Adressen der Besucher vollständig aufzeichnet und an die Google-Server weiterleitet. Seit einiger Zeit bietet Google nun eine Möglichkeit der „Verschlüsselung“ der IP-Adressen. Diese ist jedoch standardmäßig nicht aktiv und muss freigeschaltet werden.

Dies erreichen wir, indem wir dem Script folgenden Code (als 3. oder 4. Zeile) hinzufügen:

_gaq.push(['_gat._anonymizeIp']);

Mit diesem Zusatz werden die IP-Adressen anonymisiert an die Server übertragen, so dass eine Rückverfolgung des Besuchers nicht möglich ist.

Ich möchte in diesem Zusammenhang aber noch ein Wort zum Datenschutz verlieren. Datenschutz ist heutzutage wichtiger als jemals zuvor, haben uns doch etliche Datenskandale in jüngster Vergangenheit aufgeschreckt.

Allerdings frage ich mich beim Thema IP-Adressen immer wieder, ob man es hier nicht etwas übertreibt. Den mit einer IP-Adresse kann die Identität eines Internet-Nutzers nicht so ohne weiteres festgestellt werden. Lediglich die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Provider kann mit einer IP-Adresse nachvollzogen werden. Und was sollte mich als Nutzer daran stören?

Ausschließlich der Provider kann die IP-Adresse einem bestimmten Benutzer zuordnen. Das wird und darf dieser ohne triftigen Grund aber nicht tun, es sei denn, mit dieser IP-Adresse wird eine Straftat in Zusammenhang gebracht. Dann wird der Provider auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Namen und Anschrift des jeweiligen Internet-Nutzers herausgeben.

Aus diesem Grund ist es für mich nur schwer nachzuvollziehen, warum um IP-Adressen solch ein Aufsehen gemacht wird. Gerade wo doch viele recht freizügig mit ihren wirklich persönlichen Daten umgehen, Stichwort Facebook oder Gewinnspiele im Internet.

Das Script einbinden

Nun aber zurück zum „gepimpten“ Script. Dieses bindet ihr am besten in den Header oder den Footer eures WordPress-Themes ein. Öffnet dazu die header.php bzw. die footer.php mit einem Editor. Wo auch immer ihr das Script einbindet, es muss nach dem öffnenden <head>– und vor dem abschließenden </body>-Tag  eingefügt werden.

Anschließend geht es zurück zum Google Analytics Dashboard. Dort seht ihr in der Spalte Status, ob der Google Bot eure Seite bereits besucht und das Script erkannt hat. Ist dies der Fall, wird das Tracking aktiviert. Ist euer Status noch negativ und ihr könnt die Zeit nicht abwarten, habt ihr die Möglichkeit den Status nochmals manuell zu überprüfen. Das könnt ihr unter eurem Webseitenprofil auf den Button Bearbeiten tun. Oben rechts seht ihr die Schaltfläche Status überprüfen.

Google Analytics aktualisiert in der Regel alle 24 Stunden. Deshalb kann es nach der Erstinstallation des Tracking-Codes 24 Stunden dauern, bis erste Daten angezeigt werden. Also nicht ungeduldig werden.

Und noch ein Hinweis zur Rechtssicherheit

Auf den Einsatz von Google Analytics sollte durch einen Datenschutzhinweis an geeigneter Stelle in eurem Blog hingewiesen werden. So weiß jeder Besucher, dass einige Daten über ihn aufgezeichnet und gesammelt werden. Ich habe einen entsprechenden Hinweis in das Impressum eingebunden. Den Text habe ich, frech wie ich bin, hier kopiert. Vielen Dank an den Autor dafür.

Mich würde interessieren, wie ihr zum Thema Schutz von IP-Adressen steht. Legt ihr Wert auf die Geheimhaltung „eurer“ IP-Adresse? Oder ist euch das egal?