Okay. Im ersten Teil haben wir uns mit den Grundlagen und Grundbegriffen auseinandergesetzt, kommen wir nun zur praktischen Anwendung. Ausgangspunkt soll ein typisches Szenario mit DSL-Router sowie einem Computer und einem Laptop sein. Ziel ist es diese Geräte untereinander zu vernetzen, so dass anschließend auf allen Rechnern Internetkonnektivität besteht und Daten zwischen beiden Rechnern ausgetauscht werden können.

So wird unser Heimnetz strukturiert sein:

Beginnen wir mit der Hardware und damit, dass wir die Geräte miteinander verbinden. Der DSL-Router ist das zentrale Instrument unseres Heimnetzes. Er dienst als Vermittler zwischen den Geräten in unserem Netzwerk und stellt die Verbindung zum Internet bereit. Verbindet den Router am dafür vorgesehenen Port mit dem DSL-Anschluss und die Netzwerkports des Routers mit den Netzwerkkarten des Computers sowie des Laptops.

Konfiguration des Routers

Eigentlich ist die Reihenfolge nicht korrekt. Wir müssten zunächst einen Computer konfigurieren, um auf die FritzBox zugreifen zu können. Wer also keinen netzwerkfähigen Rechner hat, mit der er das Webinterface der FritzBox erreichen kann, sollte diesen Schritt überspringen und mit der Windows Konfiguration starten.

Die Konfiguration des Routers ist überschaubar. Wir werden lediglich IP-Adresse und Subnetzmaske des Routers einstellen und einen DHCP-Bereich für neue Netzwerkgeräte reservieren. Ich werde dies am Beispiel einer FritzBox erläutern.

Wählt euch in das Interface der FritzBox ein

http://fritz.box

Wechselt zu den Einstellungen und dort in das Untermenü System. Klickt dann auf Ansicht und wählt dort Expertenansicht aktivieren. Anschließend wechselt ihr in das Menü Netzwerk und wählt das Register IP-Einstellungen.

Klickt auf den Button IP-Adressen und nehmt folgende Einstellungen vor:

Bestätigt mit OK, womit die Router Konfiguration auch schon abgeschlossen wäre.

Windows Konfiguration

Bevor wir nun zur Einrichtung der Netzwerkverbindung kommen, sollten wir uns noch ein paar grundlegende Gedanken über unsere künftige Netzwerkstruktur machen.

Heutzutage sind immer mehr Geräte netzwerkfähig, die es in das heimische Netzwerk zu integrieren gilt. So sind in den letzten Jahren Fernseher, DVD- und Bluray-Player, Spielkonsolen, A/V-und Sat-Receiver, etc. mit der Möglichkeit des Netzwerkzugriffs ausgestattet worden. Nicht zu vergessen sind mobile Endgeräte wie Handys, Tablets, mobile Spielkonsolen etc., die ebenfalls einen Zugriff auf das heimische Netzwerk bzw. das Internet ermöglichen und teilweise sogar voraussetzen.

Aber auch in anderen Bereichen gibt es Geräte, die Einlass in unser Netzwerk finden möchten. Denken wir nur an die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zum Einsehen der Leistungsdaten, die Steuerung der Heizungsanlage, die Überwachung des Öltanks, etc.. Auch diese Geräte, wollen wir sie den nutzen, benötigen eine IP-Adresse.

Künftig wird sich das vernetzte Zuhause immer weiter durchsetzen. Das Steuern von Lichtschaltern, Jalousien, Kaffeemaschine usw. wird künftig nicht nur vom heimischen Rechner aus möglich sein, sondern auch über das Internet.

Insofern gilt es aus meiner Sicht schon heute sein Netzwerk darauf vorzubereiten und gewisse Strukturen vom Start weg einzuführen und einzuhalten. Ich habe in den Grundlagen beschrieben, dass ihr bei der Wahl der IP-Adressen im privaten Adressraum völlig frei seid. Meine Empfehlung ist folgende: grenzt gewisse Bereiche des IP-Adressraumes für bestimmte Geräte ab, zum Beispiel so:

  • 192.168.0.1 – Router
  • 192.168.0.5 bis 192.168.0.9 – Reserviert für DHCP-Adressvergabe
  • 192.168.0.10 bis 192.168.0.19 – Computer/Laptops
  • 192.168.0.30 bis 192.168.0.39 – Spielkonsolen
  • 192.168.0.50 bis 192.168.0.59 – Multimediageräte (Fernseher, Sat-Receiver etc.)
  • 192.168.0.70 bis 192.168.0.79 – Mobile Geräte (Handys)
  • 192.168.0.90 bis 192.168.0.99 – Sonstige Geräte

Die IP-Adressen 192.168.0.100 bis 192.168.0.254 sind für künftige Anforderungen gedacht und bleiben frei.

Damit habt ihr euer Netzwerk gut strukturiert und noch ausreichend Spielraum für neue Geräte und was da zukünftig noch alles kommen mag. Aber wie gesagt, die Strukturierung ist nur eine Empfehlung und kein Muss.

Netzwerkeinstellungen

Beginnen wir nun mit der Einrichtung der Netzwerkverbindung auf unseren beiden Rechnern, wobei ich davon ausgehe, dass die Netzwerkkarten funktionsfähig sind, also im Gerätemanager aktiviert und die Treiber installiert und aktuell sind. Selbstredend sind die Betriebssysteme auf dem neuesten Stand, also das letzte Servicepack und die aktuellsten Sicherheitsupdates installiert.

Wir richten zuerst den Computer ein. Unter Windows Vista und Windows 7 finden wir die Netzwerk-Einstellungen und -Verbindungen im Netzwerk- und Freigabecenter der Systemsteuerung.

Dort werdet ihr in der Regel bereits eine aktive LAN-Verbindung vorfinden. Sollte dies nicht der Fall sein, ist entweder die Netzwerkkarte deaktiviert oder die Verbindung zum Router nicht aktiv (Kabel nicht eingesteckt, bzw. Router nicht eingeschaltet).

Erkennt Windows eine neue aktive Netzwerkverbindung, wird automatisch ein Netzwerk eingerichtet und ihr werdet nach dem Ort des Netzwerkes gefragt. Hier wählt ihr „Heimnetzwerk“.

Im Netzwerk- und Freigabecenter klickt ihr auf LAN-Verbindung

und anschließend auf Eigenschaften.

Klickt das Element Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4) doppelt an

und nehmt folgende Einstellungen vor:

Kurzer Cut: Wer den Artikel bis hierhin aufmerksam verfolgt hat, wird sich vielleicht fragen, warum beim DNS-Server die IP-Adresse des Routers und nicht die eines DNS-Servers eingetragen wird. Es ist natürlich möglich hier einen „echten“ DNS-Server einzutragen. Aber mal Hände hoch: wer kennt die IP-Adresse eines DNS-Servers? Na gut. Im ersten Teil des Guides hab ich einen verraten, aber hättet ihr sonst einen zur Hand? Eher nicht, oder? Daher sind Heimnetz-Router bereits so programmiert, dass sie Anfragen automatisch an einen vom Hersteller festgelegten DNS-Server weiterleiten. Ihr könnt daher beim DNS-Server den eigenen Router eintragen, auch wenn dieser kein DNS-Server ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, trägt als Alternativer DNS-Server beispielsweise die IP-Adresse „194.25.2.129“ ein.

Damit sind die Einstellungen des Netzwerkadapters für den Computer beendet.

Die gleiche Prozedur führt ihr nun auch für den Laptop durch. Als IP-Adresse gebt ihr jedoch die „192.168.0.11“ ein. Ansonsten sind die Einstellungen identisch.

Datenaustausch ermöglichen

Um nun Daten zwischen „schleppi“ und „compi“ austauschen zu können, müssen wir noch ein wenig Hand anlegen. Microsoft hat die Freigabe und den Datenaustausch mit der Einführung von Windows 7 erheblich vereinfacht. Musste man mit den Vorgänger-Betriebssystemen noch alle Rechner in die gleiche Arbeitsgruppe einbinden, erkennen sich Rechner mit Windows 7 als Betriebssystem nun gegenseitig im Netzwerk. Microsoft nennt diese neue Funktion „Heimnetzgruppe“.

Windows 7

Sofern auf beiden Rechnern im Netzwerk Windows 7 installiert ist, nutzen wir die Heimnetzgruppe. Wir richten diese Funktion zunächst auf dem Computer „compi“ ein. Öffnet dazu das Netzwerk- und Freigabecenter. Unten links findet ihr die entsprechende Option.

Es begrüßt euch folgender Bildschirm

Klickt auf den Button Heimnetzgruppe erstellen. Ihr habt nun die freie Auswahl, welche Objekte bzw. Dateien ihr freigeben wollt.

Wählt die entsprechenden Optionen aus. Ihr bekommt anschließend ein Kennwort angezeigt, was ihr euch notiert.

Dieses Kennwort benötigt ihr, wenn „schleppi“ der Heimnetzgruppe beitritt. Verlassen wir „compi“ und wenden uns „schleppi“ zu.

Die Funktion zum Beitritt finden wir wieder im Netzwerk- und Freigabecenter unten links. Windows 7 wird erkennen, dass eine Heimnetzgruppe im Netzwerk besteht und uns den Beitritt anbieten. Ihr müsst lediglich das eben notierte Kennwort zur Authentifizierung eingeben. Schon steht dem Datenaustausch nichts mehr im Wege.

Um Zugriff auf den jeweils anderen Rechner zu erhalten, öffnet ihr den Explorer. Ihr findet dort einen neuen Eintrag „Heimnetzgruppe“, indem auf die freigegeben Objekte zugegriffen werden kann.

Wie gesagt, dies ist nur möglich, sofern auf beiden Rechnern Windows 7 installiert ist. Sollte auf „schleppi“ oder „compi“ ein anderes Microsoft Betriebssystem < Windows 7 laufen, entfällt diese Funktionalität.

Nicht Windows 7

Um trotzdem einen Datenaustausch zu ermöglichen, ist ein wenig mehr Aufwand vonnöten. Wir müssen beide Rechner in eine gemeinsame Arbeitsgruppe einbinden. Diese Arbeitsgruppe nennen wir „Heimnetz“.

Beginnen wir mit dem Laptop. Öffnet in der Systemsteuerung das Element System. Dort klickt ihr auf Einstellungen ändern im Bereich Einstellungen für Computernamen, Domäne und Arbeitsgruppe. Es öffnen sich die Systemeigenschaften. Hier klickt ihr auf den Button Ändern… und nehmt folgende Einstellungen vor:

Nach dem Bestätigen der Eingaben müsst ihr „schleppi“ neu starten.

Für den Computer führt ihr die gleichen Schritte durch, benennt diesen aber „compi“. Nach Abschluss müsst ihr „compi“ ebenfalls neu starten. Nach dem Neustart sind nun die beiden Netzwerk-Computer in derselben Arbeitsgruppe.

Nun müssen wir auf „schleppi“ und „compi“ noch einige Optionen aktivieren. Öffnet Erweiterte Freigabeeinstellungen ändern im Netzwerk- und Freigabecenter und nehmt dort folgende Einstellungen für das Profil Privat oder Arbeitsplatz vor:

Die Netzwerkkennung ist für die Sichtbarkeit des Computers im Netzwerk verantwortlich; wenn wir im Explorer das Netzwerk aufrufen, wird dieser Computer dort auftauchen. Ist die Option deaktiviert, wird der Rechner dort nicht sichtbar sein. Trotzdem ist ein Zugriff auf den Rechner über die IP-Adresse bzw. den Computernamen möglich.

Datei- und Druckerfreigabe ist eine Grundeinstellung, um den Dateiaustausch überhaupt erst zu ermöglichen. Diese Option muss zwingend aktiviert werden, sollen Daten ausgetauscht werden. Beachtet dazu unbedingt Teil 3 (Datei- und Ordnerfreigaben) dieses Guides.

Im dritten Teil widmen wir uns unter anderem der Freigabe von Dateien sowie der Fehlerdiagnose.