Dritter und letzter Teil meines Heimnetzwerkguides. Im zweiten Teil haben wir unser Netzwerk eingerichtet und Grundeinstellungen vorgenommen. Ich möchte hier noch weitergehende Einstellungen aufzeigen, wie beispielsweise das Einrichten einer WLAN-Verbindung oder die erweiterten Möglichkeiten der Ordner- und Dateifreigaben. Zum Ende werden wir uns noch Möglichkeiten zur Fehleranalyse anschauen.

Datei- und Ordnerfreigaben

Wer mit Windows 7 und der Heimnetzgruppe unterwegs ist, kann nun bereits problemlos Daten zwischen den Rechnern austauschen. In den Einstellungen zur Heimnetzgruppe habt ihr festgelegt, welche Dateien bzw. Objekte ihr im Netzwerk freigeben möchtet. Was aber, wen ihr einen Ordner freigegeben wollt, der nicht zur Heimnetzgruppe gehört?

Zur Heimnetzgruppe können beliebige Ordner hinzugefügt werden. Nehmen wir als Beispiel den Ordner „D:\Bilder“ auf unserem Computer „compi“. Soll dieser der Heimnetzgruppe hinzugefügt werden, sucht ihr im Explorer den Ordner und öffnet das Kontextmenü.

Wählt aus dem Eintrag Freigeben für entweder Heimnetzgruppe (Lesen), wenn der Verzeichnisinhalt nur gelesen, jedoch nicht verändert werden soll, oder Heimnetzgruppe (Lesen/Schreiben), sofern Daten in diesem Verzeichnis bearbeitet, gelöscht oder neue Dateien hinzugefügt werden sollen. Einfach, oder?

Etwas komplizierter wird es, wenn ihr die Heimnetzgruppe nicht nutzen könnt, da nicht auf allen euren Rechnern Windows 7 verwendet wird. Denn dann müssen wir über Freigaben und Sicherheitseinstellungen sprechen. Aber alles halb so wild.

Hier am Beispiel von Windows Vista: um einen Ordner, nehmen wir wieder den Ordner „D:\Bilder“ auf „compi“, freizugeben, öffnet das Kontextmenü des Ordners im Explorer

und wählt Freigabe…

Über die Dropdown-Liste könnt ihr nun die Benutzerkonten auswählen, die auf die Freigabe zugreifen sollen. In diesem Fall ist „Jeder“ sowie „Oliver“ berechtigt auf das Verzeichnis zuzugreifen. Wer nun aber denkt, dass „Jeder“ wirklich jeder ist, der irrt. „Jeder“ bedeutet in diesem Fall alle authentifizierten Benutzerkonten dieses Rechners.

Für den Zugriff benötigt ihr also auf jeden Fall Benutzername sowie Kennwort eines Benutzers. Daher meine Empfehlung: legt auf allen Rechnern im Netzwerk das gleiche Benutzerkonto mit jeweils gleichem Kennwort an. So erhaltet ihr ohne Benutzername und Kennwort eingeben zu müssen, Zugang zu den Freigaben.

Als Berechtigungsebenen stehen zur Verfügung

  • Ein Leser kann freigegebene Dateien anzeigen, aber nicht hinzufügen, bearbeiten oder löschen
  • Ein Mitwirkender kann freigegebene Dateien anzeigen oder hinzufügen, aber nur die Dateien ändern oder löschen, die von dem Mitwirkenden selbst stammen
  • Ein Mitbesitzer kann beliebige freigegebene Dateien anzeigen, hinzufügen, ändern oder löschen

Wählt die passende Berechtigung und klickt anschließend auf den Button Freigabe. Die Benutzerkontensteuerung möchte noch einmal wissen, ob ihr es wirklich ernst meint. Bestätigt dies und die Freigabe des Ordners im Netzwerk erfolgt.

Die hier aufgezeigte Möglichkeit sollte für Privatanwender absolut ausreichend sein. Auf die Erweiterte Datei- und Ordnerfreigabe mit der spezielle Freigabeberechtigungen und Datei- und Ordnerberechtigungen gesetzt werden können, werde ich hier daher nicht eingehen.

Netzlaufwerke

Wir haben nun also das Verzeichnis „D:\Bilder“ freigegeben. Wir wissen auch bereits, dass wir auf diesen Ordner über den Explorer mit dem UNC-Pfad

\\compi\bilder

oder die IP-Adresse

\\192.168.0.10\bilder

von einem fremden Rechner zugreifen können.

Um den Zugriff auf den freigegebenen Ordner zu erleichtern, kann man Freigaben als Laufwerke binden. Der freigegebene Ordner erscheint dann als Laufwerk im Explorer. Möchtet ihr einen freigegebenen Ordner als Netzlaufwerk binden, geht ihr wie folgt vor:

Ihr ruft den Rechner mit der Freigabe über den Explorer (Netzwerk) auf und öffnet das Kontextmenü des freigegebenen Ordners. Dann wählt ihr Netzlaufwerk verbinden…

Nun vergebt ihr noch einen freien Laufwerksbuchstaben und klickt auf den Button Fertig stellen.

Drahtlosnetzwerk einrichten

Ein Laptop ist ein mobiles Gerät und als solches wollen wir es natürlich auch nutzen, so zum Beispiel auf der Terasse im Internet surfen oder im Wohnzimmer Musik hören. Wer nicht die gesamte Zeit ein Netzwerkkabel hinter sich her schleppen will, muss ein Drahtlosnetzwerk einrichten. Ein abgesichertes, sprich verschlüsseltes, versteht sich.

Um WLAN nutzen zu können, müssen wir es in unserem WLAN-fähigen Router zunächst aktivieren und konfigurieren.

Wählt euch in das Interface der FritzBox ein

http://fritz.box

Wechselt zu den Einstellungen und dort in das Untermenü WLAN. Wählt dann das Untermenü Funknetz. Dort nehmt ihr folgende Einstellungen vor

und betätigt mit Übernehmen.

Nun geht es weiter zum Punkt Funkkanal. Hier lasst ihr am besten die Option Funkkanal-Einstellungen automatisch setzen (empfohlen) eingeschaltet. Kurz zur Erklärung der WLAN-Standards:

  • 802.11b: Datentransfer: brutto 11 MBit/s
  • 802.11g: Datentransfer: brutto 54 MBit/s
  • 802.11n: Datentransfer: brutto 600 MBit/s

Um unser Funknetzwerk abzusichern, wechseln wir zum Punkt Sicherheit. Nehmt hier folgende Einstellungen vor.

Wählt auf jeden Fall die WPA-Verschlüsselung, den diese bietet aktuell die größtmögliche Sicherheit, wobei die WEP-Verschlüsselung gemeinhin als unsicher gilt. Sofern ihr Geräte einbinden wollt, die nur den WEP-Standard beherrschen, müsst ihr Wohl oder Übel zum WEP-Standard greifen. Den vorgegebenen WLAN-Netzwerkschlüssel könnt ihr übernehmen oder ihr tragt einen eigenen ein. Notiert euch diesen, da er gleich wieder benötigt wird. Unser WLAN Netz ist nun aktiviert und verschlüsselt, so dass keine unbefugten Geräte Zugang zu unserem Netzwerk bekommen.

Weiter geht es mit der Windows Konfiguration.

Öffnet das Netzwerk- und Freigabecenter der Systemsteuerung. Hier wählt ihr Adaptereinstellungen ändern im Menü links.

Ihr seht dort euren WLAN-Adapter mit der Bezeichnung Drahtlosnetzwerkverbindung. Rechtsklick und Verbindung herstellen/trennen wählen.

Es öffnet sich ein Fenster mit den erkannten Drahtlosnetzwerken. Habt ihr die Routerkonfiguration wie beschrieben durchgeführt, taucht in der Liste euer WLAN-Netz mit der SSID „Heimnetz“ auf. Markiert das Netzwerk und klickt auf den Button Verbinden.

Ihr werdet nun aufgefordert den bei der Routerkonfiguration notierten WLAN-Netzwerkschlüssel einzugeben.

Nach der Eingabe des Schlüssels bestätigt ihr mit OK. Die Verbindung zum WLAN-Netzwerk wird nun hergestellt. Dem WLAN-Adapter wird nun, sofern ihr DHCP im Router aktiviert habt, eine IP-Adresse automatisch zugeteilt.

Wollt ihr die Netzwerkeinstellungen des WLAN-Adapters anpassen, macht ihr das über Adaptereinstellungen ändern im Netzwerk- und Freigabecenter.

Wählt aus dem Kontextmenü des WLAN-Adapters Eigenschaften.

In den Eigenschaften ändert ihr die Einstellungen entsprechend ab. Ihr kennt das ja schon. Nochmal der Hinweis: der WLAN-Adapter benötigt eine eigenständige IP-Adresse. Ihr könnt hier nicht die IP-Adresse der LAN-Netzwerkkarte eintragen. Ich habe hier daher die nächste freie IP-Adresse „192.168.0.12“ vergeben.

Damit ist die WLAN-Verbindung betriebsbereit und „schleppi“ hat nun ohne Netzwerkkabel Zugang zu unserem Netzwerk.

Fehlerdiagnose

Die Fehlerfindung in Netzwerken ist häufig schwierig, da viele Fehlerquellen, sowohl hard- wie auch softwarebedingt, in Betracht kommen können, wie zum Beispiel:

  • Patchkabel defekt
  • Netzwerkkarte defekt
  • Port des Switches fehlerhaft
  • Netzwerkkarte deaktiviert
  • Treiber nicht korrekt installiert oder konfiguriert
  • Windows-Dienste gestört bzw. nicht gestartet
  • etc.

Zum Glück gibt es einige Hilfsmittel, die uns die Fehlersuche vereinfachen.

An der Hardware selbst (Router, Switch, NIC) gibt es Funktions- und Aktivitäts-LEDs, die signalisieren, ob eine Verbindung zu einer Gegenstelle besteht und ob Daten gesendet oder emfpangen werden. Sind die LEDs der Netzwerkports an der Rückseite des Routers nicht aktiv, obwohl ein Kabel eingesteckt und die Gegenstelle eingeschaltet ist, wird der Fehler hardwarebedingt sein.

Aber auch zur Diagnose auf Softwareseite gibt es Programme, die uns die Fehlersuche vereinfachen:

ipconfig

Das Programm zeigt die aktuellen Einstellungen der im Computer verwendeten Netzwerkgeräte an. Es ist ein Dos-Programm und wird über die Eingabeaufforderung (Start / Ausführen /cmd) gestartet.  Mit dem Parameter /all werden weitergehende Informationen ausgegeben. Der Parameter /flushdns löscht den DNS-Cache auf dem Computer. Dies ist dann angebracht, wenn DNS-Server oder Hostnamen von Netzwerkgeräten geändert wurden und der DNS-Cache noch auf die alten Daten verweist.

ping

Vielleicht habt ihr den Begriff schon gehört. Hierbei handelt es sich um ein Dos-Programm, welches Datenpakete an einen bestimmten Empfänger (eine IP-Adresse) sendet und eine Antwort bzw. eine Nichtantwort ausgibt. Dieses ist hilfreich um zu ermitteln, ob ein Computer oder ein anderes Gerät im Netzwerk vorhanden ist, bzw. auf Datenpakete reagiert. Übrigens sendet der Parameter /t einen Dauerping, während die Eingabe des Befehls ohne Parameter nur vier Datenpakete sendet.

tracert (Traceroute)

Im eigenen Netzwerk zur Fehlersuche eher ungeeignet, jedoch sehr hilfreich bei Verbindungsproblemen im Internet oder bei VPN-Verbindungen (abgesicherte Verbindung zwischen zwei Geräten über das Internet) ist das Programm tracert. Ebenso wie beim ping werden auch hier Datenpakete an einen bestimmten Empfänger versendet. Dieses Programm listet jedoch alle durchlaufenden Stationen (Router, DNS-Server, etc.) der Reihe nach auf. So lässt sich im Fehlerfall erkennen, an welchem Punkt Datenpakete verloren gehen.

Windows Problembehebung

Und auch Windows selbst gibt uns einige Optionen zur Fehlerdiagnose an die Hand. So kann im Netzwerk- und Freigabecenter eine Problembehebung gestartet werden.

Schlusswort

Und damit möchte ich den Heimnetzwerk-Guide schließen. Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen bei der Problembeseitigung oder Einrichtung seines Netzwerkes helfen.

Fehlt euch etwas, habt ihr Ergänzungen zum Guide oder eigene Tipps und Tricks rund um das Heimnetz? Dann immer her damit in die Kommentare.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.