Ja, XBMC ist schon ein tolles Ding und bietet so ziemlich alles, was man zum Verwalten und Abspielen von Medien im heimischen Mediennetzwerk benötigt. Und mittlerweile gibt es Clients auch für so ziemlich alle wichtigen Plattformen, wie Windows, iOS, MacOS, Linux und Android, wobei sich die Entwicklung für Android noch im Alpha-Stadium befindet und es noch keine offiziellen Testversionen gibt. Inoffiziell aber findet man zum Beispiel hier sogenannte Nightly-Builds für viele Android-Geräte, wie beispielsweise für den MK802.

XBMC hält zwei sehr nette und nützliche Funktionen bereit, die sich in den Weiten der zahlreichen Einstellungen verbergen und die der Ein oder Andere vielleicht noch nicht kennt: ein laufendes XBMC kann als Empfänger von AirPlay- oder UPnP-Inhalten genutzt werden.

Ich zeige in diesem Artikel, wie die Funktion aktiviert wird und mit welcher Hard- und Software sie sinnvoll genutzt werden kann.

Was kann ich mit AirPlay und UPnP überhaupt anfangen?

Viele tolle Sachen. Wer in der glücklichen Lage ist, Besitzer eines Apple TV (ab Version 2) und eines AirPlay-fähigen Apple-Gerätes (z.B. Mac, iPhone oder iPad) zu sein, der kennt sicher die Vorzüge von AirPlay. Auf dem iPad ein Youtube-Video gefunden, kann es per AirPlay über das Apple TV auf dem Full-HD-TV abgespielt werden.

Gleiches klappt natürlich auch mit Musik und Bildern. Mittlerweile ist das eine richtig runde Sache von Apple, denn man kann mit der kostenlosen App „Remote“ vom iPhone, iPod, iMac oder iPad auch auf eine freigegebene iTunes-Mediathek zugreifen und deren Inhalte an das ATV weitergeben.

Ebenso klasse ist die Möglichkeit den gesamten Bildschirminhalt von Mac oder iPad per Bildschirmsynchronisierung auf dem TV zu spiegeln (mirroring).

Mit AirPlay können auch mehrere AirPlay-fähige Geräte gleichzeit angesprochen werden, um so beispielsweise auf verschiedenen Geräten das gleiche Lied abzuspielen. Toll, oder?

Das UPnP-Protokoll bietet da ganz ähnliche Möglichkeiten. Entsprechende Hardware vorausgesetzt, kann man die auf dem Gerät vorhandenen Medien, wie bei AirPlay, an einen weiteren UPnP-Client weitergeben. Ebenso lassen sich auch auf einem UPnP-Server gespeicherte Medien weitergeben. Auch das funktioniert perfekt mit Musik, Bildern und Videos.

Was das jetzt mit dem XBMC zu tun hat? Nun, ab Eden (Version 11) kann XBMC als Empfänger für AirPlay- und UPnP-Inhalte (ja, ging auch schon mit früheren Versionen) genutzt werden.

Was brauche ich dafür?

Kurz gesagt: kompatible Hardware und Software, die AirPlay- oder UPnP-Inhalte weitergeben können. Ich habe ja bereits oben einige Beispiele genannt, wie die Weitergabe eines Youtube-Videos vom iPad an das XBMC

oder der Zugriff auf eine freigegebene iTunes-Mediathek mit Weitergabe an das XBMC

Auch Android-Geräte können Medien via AirPlay weitergeben. Ich nutze beispielsweise mein Motorola Xoom mit der kostenlosen App „iMediaShare Lite“ um Inhalte von meinem UPnP-Server (Twonky Server) weiterzugeben. Als Empfänger kann auch hier XBMC, entweder per UPnP oder AirPlay, dienen.

Auch mit iTunes lassen sich Medien an XBMC per AirPlay weitergeben. Die Option dafür findet ihr in der unteren rechten Ecke:

Wie aktiviere ich die Funktion im XBMC?

Ganz einfach. Geht in die Einstellungen und öffnet dort den Punkt „Dienste“. In den Reitern „AirPlay“

sowie „UPnP“ mit der Option „UPnP Renderer aktivieren“

könnt ihr die Funktion jeweils einschalten. Und dann kann es auch schon losgehen. Das XBMC sollte dann in der Liste der Geräte auftauchen.

Einschränkungen

Wer sich nun schon auf Mirroring von seinem iPad auf den Windows PC mit XBMC gefreut hat, den muss ich leider bremsen. Das Mirroring klappt mit XBMC nämlich (noch) nicht.

Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt: wer ein Apple TV 2 mit XBMC nutzt, muss unbedingt die native Unterstützung von iOS für AirPlay in den Einstellungen deaktivieren. AirPlay auf dem ATV 2 mit XBMC zu aktivieren, macht aber nicht wirklich Sinn, da iOS die Funktion ja bereits integriert hat.

So. Ich hoffe, dass hat dem Ein oder Anderen Lust auf mehr gemacht. Einfach mal ausprobieren. Es lohnt sich.